Ausblick Konjunktur und M&A Volumen in der Stahlindustrie

Die Stahlindustrie konnte sich im Jahr 2010 schneller als zunächst erwartet von den dramatischen Einbrüchen des Vorjahres erholen, die durch die weltweite Finanzkrise ausgelöst wurden.

Insbesondere durch  die weiterhin dynamische Entwicklung in den Schwellenländern, aber auch von der sich rascher als erhofft erholenden Konjunktur der Industrienationen angetrieben, war ein deutlicher Anstieg der Nachfrage aus den Schlüsselbranchen der Stahlindustrie wie Maschinenbau, Automobil- und Elektroindustrie sowie Öl- und Gasindustrie zu beobachten.  Die Aufwärtsentwicklung auf dem Stahlmarkt hat sich zu Jahresbeginn 2011 fortgesetzt.

Trotz der ermutigenden Stahlkonjunktur-Daten zum Jahresauftakt und guter gesamtwirtschaftlicher Perspektiven sieht die deutsche Stahlwirtschaft mit Sorgen die Entwicklungen auf den Rohstoffmärkten sowie die energie- und klimapolitischen Weichenstellungen der Politik. Die Wirtschaftsvereinigung Stahl in Düsseldorf sieht auch in 2011 voraussichtlich noch keine Rückkehr zum Vorkrisenniveau. Herausforderungen bleiben wie steigende Rohstoffpreise, Kostenreduzierung und Innovationen in der Entwicklung nachhaltiger Stahlprodukte („Green Steel“).

Vor diesem Hintergrund rechnen die Unternehmen der Stahlbranche mit einem weiteren Anstieg der Aktivitäten auf dem M&A Markt. In 2010 legte das Volumen an Firmenkäufen und -fusionen in der Stahlindustrie weiltweit bereits deutlich zu und erreichte ein unerwartet hohes Niveau. Im Fokus steht die Sicherung der Rohstoffversorgung vor dem Hintergrund steigender Rohstoffpreise, insbesondere durch Zukauf von Einsenerzproduzenten. Zusätzlich versprechen sich Stahlhandels-Unternehmen durch länderübergreifende Zusammenlegung ihrer Aktivitäten neben Kostendegressionseffekten auch einen wesentlichen Ausbau ihrer Vertriebskraft im europäischen wie außereuropäischen Raum.